LIEBLINGSKOCHBÜCHER // SCHROT & KORN

Endlich - das Schrot & Korn - Kochbuch ist da!

Es gibt eine großartige Nachricht für alle Schrot & Korn-Liebhaber sowie passionierte Rezeptsammler. Die Lieblings-Bioladen-Zeitschrift hat endlich zusammen mit dem Ulmer-Verlag ein Kochbuch mit ihren besten Rezepten der letzten 30 Jahren herausgebracht. Es liegt hier auf meinem Schreibtisch und scheint mir fast ein kleines Wunderwerk, denn die Rezeptvorschläge dieses Blattes begleiten mich schon eine ganzen Weile.

So weit ich mich erinnern kann, gab es bei uns zu hause immer die Schrot & Korn. Meine Mutter brachte sie monatlich vom Einkaufen im Bioladen mit. Für alle, die das Magazin nicht kennen: Die Schrot & Korn ist eine kostenlose Zeitschrift, die sich Themen der Ernährung, der Umwelt, Gesundheit und Wellness auf ganzheitlicher Ebene widmet. Das Herzstück der Zeitschrift ist zweifelsohne der wunderbare Rezeptteil, der jeden Monat saisonale und vegetarische Gerichte der Bio- und Vollwertküche bietet. Meine Mutter sammelte damals diese Rezepte, die anfangs fast, so kann man sagen, Pionierwerke darstellten, denn bio, vegetarisch und vollwert waren nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

Einige Zeit ist seitdem vergangen und ich habe den Brauch des Schrot & Korn-Lesens und Rezeptsammelns nahtlos übernommen. Die Rezepte sind immer noch bio und vegetarisch, mittlerweile sogar teilweise vegan. Sie sind kreativ und innovativ, wenn auch nicht mehr ganz so revolutionär wie früher. Und das ist auch gut so, denn es zeigt, dass es mittlerweile ein stärkeres Bewusstsein für nachhaltige und gesunde Ernährung gibt. Die Schrot & Korn war in den letzten 30 Jahren Teil der Entwicklung hin zu diesem Bewusstsein und hat erfolgreich gezeigt, dass auch gesunde Vollwertnahrung unsere Gaumen kitzeln und kulinarisches Genuss in unsere Küchen bringen kann.

Wie schön, dass die ersten Seiten des Kochbuchs an diese Entwicklung und die Geschichte der Zeitschrift erinnern und gleichzeitig einen kleinen Einblick in die Prinzipien und das Engagement der Redaktion heute geben. Saisonal, regional, bio und vegetarisch - nicht dogmatisch, aber in jedem Fall bevorzugt - das sind auch die Grundsätze von Mrs. Delicious und vielleicht der Grund warum ich mich in den Rezepten der Schrot & Korn so gut wiederfinden und auch gerne inspirieren lasse. 

Doch ob man nun schon Schrot & Korn-Fan ist oder nicht, das Kochbuch eignet sich für alle, die Freunde an gesunder, leckerer Küche haben. Bei Gerichten wie Gegrillte Pfirsiche mit Ziegenfrischkäse oder Paprikasuppe mit Koriander-Gremolata läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Die Zutaten für die Zitronentarte mit Baiserhaube stehen mittlerweile auf meiner Einkaufliste und die Rotweinbirnen mit Cantuccinibröseln habe ich jetzt schon für den Herbst vorgemerkt. 

Beim Lesen des Buches habe ich große Lust bekommen Freunde einzuladen, zusammen zu kochen und zu genießen. Denn was gibt es Schöneres als neue Rezepte auszuprobieren und zu teilen. Für mich ist das eine Leidenschaft und ich bin dankbar für jede neue Inspiration. 

LIEBLINGSKOCHBÜCHER // HEMSLEY + HEMSLEY

Auch wenn alle Rezepte auf diesem Blog aus eigener Hand stammen und von mir mit viel Hingabe getestet und entwickelt wurden, lasse ich mich täglich von Blogs, Rezepten und Kochbüchern inspirieren. Ganz besonders liebe ich Kochbücher, dicke Sammlungen, die mit viel Wissen, Liebe und Hingabe verfasst wurden. Die Absicht Kochrezepte zu teilen, uns durch sie zu nähren und im kulinarischen Himmel schweben zu lassen, ist meines Erachtens ein höchst nobles Anliegen. Den Verfassern sollte man daher großen Respekt zollen. In meinem Küchenschrank biegt sich schon das Regal mit den Kochbüchern und ich denke es ist an der Zeit, dass ich meine liebsten hier nun endlich vorstelle.

Alles Gute kommt aus England

Ganz im Gegenteil zu dem schlechten Ruf, den die englische Küche in der Welt genießt, kommen meine Kochbuchlieblinge der letzten Jahren aus England. Moderne, weltoffene Gerichte prägenheute die Küche des Vereinigten Königreichs, die weit mehr zu bieten hat als Fish & Chips oder Baked Beans (obwohl beides auch wirklich lecker sein kann). Es zeigt sich, dass die Abwesenheit einer starken kulinarischen Tradition großen Raum bieten kann, um Neues zu erschaffen und auszuprobieren. Zudem ist England mit seiner Hauptstadt London Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und ihren ganz eigenen kulinarischen Traditionen. Von Yotam Ottolenghi, meinem persönlichen Küchengott mit israelischen Wurzeln, habe ich schon oft geschrieben. Nun ist es an der Zeit zwei unglaublich schöne und talentierte Britinnen vorzustellen: Jasmine und Melissa Hemsley. Die beiden Schwestern haben nun unter dem Moto „Die Kunst gut zu essen“ schon zwei Kochbücher veröffentlicht, die beide dem Ziel folgen Genuss und körperliches Wohlbefinden in Einklang zu bringen. 

Mit dem Buch „Natürlich gut essen“ bin ich in die Küche von Hemsley & Hemsley eingetreten. Jasmine und Melissa bieten hier einen Einblick in ihre Auffassung von gesundem Essen: Gluten- und zuckerfrei, naturbelassen, vollwertig und nährstoffreich muss es sein. Die Anleitung dazu, wie und wo Produkte eingekauft werden und vor dem Kochen behandelt werden sollten, füllt mit Ausgiebigkeit die ersten Seiten des Buches. Mit großer Hingabe wird erklärt, warum wir einige Zutaten aus unserem täglichen Speiseplan lieber weglassen sollten und andere unverzichtbar sind. Es wird mit dem Mythos Schluss gemacht, dass Getreide in jeder Form den Körper nähren und Fette grundsätzlich schlecht sind. Es wird beispielsweise dazu geraten Milchprodukte nur mit ihrem natürlichen Fettgehalt zu konsumieren und darauf zu achten, dass Lebensmittel so wenig behandelt sind, wie möglich sind.

Hemsley & Hemsley machen Lust darauf zu kochen und bringen Schönheit und Stil in eine vollwertige und bewusste Ernährung.  Bei Gerichten wie „Blaubeerpfannkuchen mit Mango-Cashew-Creme“, „Hühnchencurry mit Blumenkohlreis“ oder „Avocado-Limetten-Cheesecake“, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Die tägliche Nahrungsaufnahme wird zu einem Verwöhnprogramm mit diesen gesunden Köstlichkeiten. Jasmine und Melissa zeigen, welche enorme Bedeutung es hat, sich mit seinem Essen bewusst auseinander zu setzen, sowie Zeit und Hingabe aufzuwenden, um sich selbst, seinem Körper und der Umwelt etwas Gutes zu tun. Dass die Küche der Hemsley-Schwestern auch noch schön macht, ist nicht zu übersehen und macht das Kochbuch auch ästhetisch zu einem Meisterwerk.

IM NETZ GEFUNDEN // IF MEAT EATERS ACTED LIKE VEGANS

Wie wäre es eigentlich, wenn sich Fleischesser wie Veganer verhalten würden? - Diese Frage stellt sich das Video von Ultra Spiritual Life und die Antwort ist zum Schreien komisch. Nicht nur einige absurde Theorien, die der Fleischesser von sich gibt, sind sehr lustig, auch sein aggressives Verhalten gegenüber den sich pflanzlich Ernährenden bringt einen irgendwie zum Lachen, wahrscheinlich gerade weil es so überspitzt ist.

Doch sind Veganer wirklich so schlimm, wie es das Video vermuten lässt? Ich habe einige Verwandte und Bekannte, die sich vegan ernähren und eigentlich ganz angenehme Zeitgenossen sind. Genauso wie die mir bekannten Fleischesser keine verruchten Unmenschen zu sein scheinen. Aufgefallen ist mir jedoch, dass manche Menschen, egal welcher kulinarischen Herkunft, alles bewerten müssen, was auf dem Teller des Nächsten liegt und ganz harmlose Worte, wie „vegan“ oder „Käse“ in verschiedenen Kreisen einen Aufruhr auslösen. Die Andersartigkeit scheint Aggressionen eine Angriffsfläche zu bieten. Warum fühlen sich manchen Menschen jedoch von den Essgewohnheiten anderer angegriffen? Sollte nicht jeder das essen dürfen, was ihm schmeckt und gut tut? Könnte man sich nicht gegenseitig inspirieren indem man die Vielfalt der Ernährungsmöglichkeiten entdeckt und sich jeder Mensch daraus das für ihn Richtige aussuchen darf?

Ich zumindest träume von einer besseren, kulinarischen Welt: Übt Toleranz und Respekt, für das Essen sowie den Tischnachbarn. Und probiert mal was neues, so schlecht kann es ja nicht schmecken!